| Baujahr: | 1948 |
| Fahrgestellnummer: |
801169 |
| Außenfarbe: |
Originallack Delahaye schwarz uni |
| Polsterung: |
Die charmanten grünen Ledersitze sind mit einem beigem Piping eingefasst. Ein Delahaye war ein Wagen der französischen Oberklasse. Als Limousine wurden diese Wagen höchst selten von seinen Eigentümern selber gefahren. Man wurde lieber gefahren. Deshalb wurde auf die Fondausstattung besondern viel Wert gelegt. Es sind sogar Einzelsitze zu erkennen, während der Rest der Grand Nation froh war eine Fondbank zu besitzen, die Ihren Namen verdient.
Bei diesem Wagen finden wir eine elektrische Innenraumleuchte, die mittig im Fond angebracht ist. Die Lampe ist aus geschliffenem Glas im Art Déco Design gehalten. Sie ist von hinten links mit einem Schalter anwählbar. Die Fondbassagieren haben maximale Beinfreiheit, da es sich um einen Aufbau L handelt. „L“ seht für lang.
Die Fondpassagiere können sich an zeitgenössischen Kordeln links und rechts festhalten, sollte der schnelle Delahaye einmal eine temperamentvolle Beschleunigung durchführen.
Vorne sitz man auf einer Sitzbank, die in der länge verstellbar ist. Es mangelt auch hier nicht Sitzfreiheit. Das aus den frühen Rolls-Royce Limousinen bekannte Gefühl der Arbeiter zu sein, währen die Herrschaften im Fond verweilen, kommt hier nicht auf.
Es ist auch eine Freude sich selbst zu chauffieren.
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| Übereinstimmung: |
Ja |
| Laufleistung: |
50.000 km Original ! |
| Lenkradposition: |
RHD, es gab nur RHD ! |
| Zulassung: |
Der Wagen verfügt aktuell über eine französische Zulassung. Eine deutsche Zulassung ist jederzeit problemlos auf Wunsch möglich. |
| Erstauslieferungsland: |
Der Wagen wurde in Roanne im Loire Tal (Departement 42) ausgeliefert. |
| Motor: |
Der Wagen wird von einem 3.6 Liter Sechszylinder Reihenmotor angetrieben. In der Variante des 148 L ist er mit einem Vergaser ausgestattet. Er liefert hierbei 110 PS.
Das Herzstück eines jeden Delahays ist der Motor. Wenn Sie einmal einen gut eingestellten Motor gehört haben und die vibrationsfreie Laufruhe am Zylinderkopf gespürt haben, dann wird die Handwerkskunst erlebbar.
Bei der Auswahl des geeigneten Fahrgestells mit einem passenden Motorkonzept fiel die Wahl der weltberühmten europäischen Karosseure in den 30er bis 50er Jahren nicht ohne Grund auf die Marke Delahaye. |
| Getriebe: |
Aktuelle Fahrzeuge mit Automatikgetriebe werden gerne mit einer semimanuellen Schaltmöglichkeit ausgestattet. Diese erlaubt dem Fahrer ein Auswählen der gewünschten Fahrstufe, ohne dabei mit einer Kupplung arbeiten zu müssen. Diese vermeintlich neue Technik haben europäische Premiumhersteller bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angeboten. Die französische Automobilmanufaktur Delahaye bot ihren Kunden bereits eine so genannte „Präselektive Gangschaltung“ aus dem Hause COTAL an. Dabei musste der Fahrer mittels eines Hebels die Fahrtrichtung wählen (vorwärts oder rückwärts im Bild der Hebel auf dem Mittelstrang). Danach musste er für einen Gangwechsel lediglich den Gang an der Lenkradschaltung wechseln (im unteren Bild der Knauf in der offenen Lenkkulisse links des Lenkrads). Das Getriebe übernahm den Gangwechsel mittels einer Verschiebung der gangspezifischen Antriebswelle automatisch. Ein Überspringen eines Ganges ist allerdings nicht möglich. Bemerkenswerter Weise ist es nach dem Einlegen der Fahrtrichtung nach hinten ebenso möglich, alle Gänge zu nutzen, d.h. mit dem Delahaye 148 L kann man theoretisch so schnell rückwärts wie vorwärts fahren. |
| Karosserie: |
Dieser Wagen ist eine Art automobiles Oxymoron. Der Wagen stammt aus dem Jahre 1948 und befindet sich in einem unberührten korossionsfreien Zustand.
Aufgrund der sorgfältigen Konservierung während der Jahre 1952 bis 2000 in einer trockenen Umgebung konnte die Karosserie in diesem Zustand erhalten bleiben. Verwunderlich dabei ist beispielsweise, dass nicht einmal die Kanten angegriffen wurden.
Das Karosseriedesign von Letourneur et Marchand ist für eine Limousine sehr sportlich gehalten. Dies passt auch zu den weit überdurchschnittlichen Fahrleistungen für 1948. |
| Technik: |
Auch nach knapp 60 Jahren ist der Delahaye jederzeit einsatzbereit. Sicherlich hat der Wagen diesen Umstand der Betriebspause von 1952 bis zum Jahre 2000 zu verdanken. Danach wurde der Wagen von einem Delahaye Liebhaber reaktiviert. |
| Reifen: |
Dimension: 6.50 – 17 X C von Michelin vorne und hinten |
| Felgen: |
Gelochte Stahlfelgen zur Belüftung der Bremsen. Um die Felgenlöcher herum wurde per Hand eine beige farbene Bordüre aufgemalt. Zur Vollendung wurden die Felgen noch mit einer Chromradkappe mit DELAHAYE Schriftzug versehen. |
| Holz: |
Wie bei den Rolls-Royce Modellen wurden die Holzarbeiten gespiegelt. In der Mitte einer Holzvertafelung findet sich eine Stoßkante des Furniers. Das Furnier links und rechts davon ist spiegelgleich. |
| Lack: |
Kaum zu glauben aber wahr. Der Wagen träg seinen ersten Fabriklack. Wir haben diese Aussage mit einem elektronischen Lackstärkemessgerät geprüft und kamen zu dem gleichen Ergebnis. Der Lack trägt die Spuren der letzten 60 Jahre mit Würde. Für Freunde von historischer Patina ist dieser Wagen ein Festival. |
| Radio: |
Das Radio funktioniert im Mittelwellenbereich. Mit viel Glück könnte man sogar „Radio Nostalgie.fr“ hierzulande empfangen. |
| Chrom: |
Komplett und Original ist hier die passende Beschreibung. Für alle die es wissen wollen: Ab 1952 viel der Zusatz „GFA“ im Delahaye Zeichen weg. |
| Glas: |
Es wurde schon Sicherheitsglas rundum verbaut. Die Frontscheibe ist noch geteilt, damit keine Krümmung auftritt. Gekrümmte Sicherheitsglasscheiben kommt man damals wohl noch nicht einfach bauen. |
| Besonderheiten Modell: |
Der Karosseur Letourneur et Marchand mit Sitz in Paris zählt zu den berühmtesten. Sehen Sie hier ein anderes Beispiel: Lesen Sie hier weiter
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| Historie: |
Der Wagen wurde 1948 an einen Industriellen in Roanne im Loire Tal ausgeliefert. Eine Plakette neben der Sonnenblende mit dem Namen seines Erstbesitzers und dem Auslieferungsort sind ein schönes Accessoire aus jener Zeit. Der Wagen wurde von dieser industriellen Familie drei Jahre mit Chauffeur bewegt. Der Eigentümer strab dann im Jahre 1952. Die Witwe konnte sich von dem Wagen nicht trennen und ließ ihn in einem Fabrikgebäude bestens konserviert einlagern. 48 Jahre später im Jahre 2000 verkaufen nun die Enkel der Witwe den Wagen an einen Delahaye Liebhaber bei Wien. Dieser Liebhaber brachte den Wagen mit viel Liebe und Sachverstand wieder in einen betriebsbereiten Zustand. Sein Augenmerk fiel vor allem in der Erhaltung der Originalität. Dies ist ihm gelungen. Er hat somit ein schönes zeithistorisches Dokument der 40 Jahre erhalten.
Warum sind Delahayes so bedeutungsvoll. Lesen Sie hier die Geschichte der Marke Delahaye. |