Am 15. März 1961 wurde der Jaguar E-Type auf dem Genfer Autosalon vorgestellt. Nicht nur Jaguar Enthusiasten feiern dieses Jahr sein 50-jähriges Jubiläum – auch für einen E-Type als Investment ist es noch immer nicht zu spät.
Der E-Type war der unbestrittene Star des Autosalons. Teilweise wurden Einladungskarten für die ersten Probefahrten unter der Hand zu Höchstpreisen gehandelt, oder gar gefälscht! Dies ist bei seinen Fahrleistungen, die mit automobilen Spitzensportlern jener Zeit vergleichbar waren, auch nicht verwunderlich. Nur eine handvoll anderer Sportwagen konnten ähnliches bieten – und das nur bei doppelten oder noch höheren Kaufpreis. Insofern gestand man dem E-Type seine bekannten Schwächen in der Verarbeitung, das erst ab dem 2ten Gang synchronisierte Getriebe sowie sein überschaubares Platzangebot zu. Dieses wurde allerdings schon zügig in Jahr 2961 mit einer Vertiefung in der Bodengruppe sowie besser verstellbaren Sitzen nachgebessert.
Die Geschichte des E-Types beginnt jedoch nicht erst im Jahr 1961, sondern schon sieben Jahre früher mit der Präsentation des D-Types in LeMans. Das Prinzip des tragenden Gitterrohrvorbaus aus dem Flugzeugbau wurde hier erstmals erfolgreich eingesetzt. Der E-Type ist somit mit einiger Detailverbesserung die konsequente Weiterentwicklung des D-Type Rennwagens. Somit stammen seine Gene aus dem Rennsport.
Der E-Type zählt sicherlich zu den Jahrhundermeisterwerken der automobilen Baukunst. Kaum ein Wagen ist schon, noch von einer Plane bedeckt, nur durch seine Form erkennbar. Sein 50-jähriges Jubiläum spielt dabei für den Fokus am Oldtimermarkt keine entscheidende Rolle. Vermutlich werden wir ihn dieses Jahr nur noch präsenter auf den Oldtimermessen zu sehen bekommen, als er es ohnehin schon ist. Beispielsweise organisierte die Jagaur Assoziation in Frankreich zur Eröffnung der Retromobil im Februar 2011 eine Sternfahrt von 50 E-Types durch Paris, die dann zeitgleich auf der Messe eintrafen.
Der E-Type Roadster wurde 1961 schon ab 26.000,- DM angeboten - ein unverschämt günstiger Einstieg in diese Leistungsklasse. Heute wirkt sich dieser Neupreis vor allem dann positiv aus, wenn der Wagen steuerlich genutzt wird und die 1% Neuwagenregelung bei diesem Wagen zum Tragen kommt. Die Wertentwicklung bei den E-Types ist seit Jahren stabil und kontinuierlich. Vergleichbar wäre ein E-Type am Kunstmarkt somit am ehesten mit den alten Meistern. Die Volatilität ist hoch, da es immer Interessenten für einen E-Type geben wird. Die Urform der ersten Serie, der so genannte „Flat Floor“ ist aufgrund seiner Seltenheit sowie seines ursprünglichsten Designs die wertvollste Variante. Frühe Serie I Roadster – wie auf dem Bild zu sehen - im neuwertigen Spitzenzustand werden bis zu 100.000,- € und manchmal auch darüber gehandelt. Hervorragende Coupés liegen bei etwa 65.000,- €.
Die Wertkriterien sind in erster Linie seine Historie, seine Herkunft, die belegbare Originalität mittels eines Heritage Trust Zertifikats, sowie das Restaurierungsniveau. Unrestaurierte Originalfahrzeuge sind praktisch nicht erhältlich und spielen daher keine zentrale Rolle. Wie bei jedem Oldtimerkauf mit Investmentperspektive ist die Auswahl des richtigen Fahrzeugs wesentlich. Insofern sollte man sich bei Kauf nicht zu sehr von seiner wunschschönen Form blenden lassen und lieber einen Experten zu rate ziehen.