Das Management von Alfa Romeo entschied sich Ende der 60er Jahre die Modellpalette neben den beiden erfolgreichen Modellen Giulia Super und dem Spider in der 1.300er Klasse einen weiteren im Design ausgefallenen Wagen anzubieten. Deswegen präsentierte Alfa Romeo 1969 auf dem Turiner Autosalon den Junior mit einem aggressiven neuen Karosseriedesign aus dem Hause Zagato. Die Kooperation mit Zagato war dabei keine Jungfernfahrt, da schon viele spektakuläre Karosserieentwürfe des Mailänder Designstudios für Alfa Romeo für Furore sorgten. Im Vorkriegsbereich ist beispielsweise der der 1750 GS, der Siegerwagen von Nuvolari, zu nennen. In den 60er Jahren sind die beiden SZ1 und SZ2 Entwürfe ebenso unvergessen und eng mit dem Namen Alfa Romeo verbunden.
Die Besonderheit des Designs bei dem Junior Zagato liegt neben der sich über die gesamte Breite erstreckende Kunststoffblende vor den Scheinwerfern vor allem bei der markanten Abrisskante im Heck. Sie erinnerte zugleich an die SZ Entwürfe, hob sich aber dennoch eigenständig ab indem die nach hinten ansteigend ausgeformte Kante zum optischen Gegenpol der fallenden Dachlinie wurde. Dabei erfüllte sie zudem zwei funktionale Zwecke:
Zum einen wurden dadurch die aerodynamischen Eigenschaften des Autos verbessert, denn die Abrisskante hatte genau den gleichen Effekt wie ein Spoiler. Darüber hinaus wurde ein Elektromotor eingebaute, der die Heckklappe einen Spalt weit öffnen kann. Der Luftaustausch und die Temperatur im Innenraum können dadurch verbessert werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass Abgase durch den Spalt in den Innenraum gesogen werden. Verspielte Details wie diese zeichnen das Zagato Engagement aus.
Wer schön sein will muss leiden: Der hohe Grundpreis von 16.959 DM lag nur 2.000 DM unter dem des GTA Rennwagens. Die Käufer wurden jedoch keineswegs mit einem luxuriösen Interieur belohnt. Das Interieur blieb bei der Wahl der einfachen Materialien unverändert zu den Giulias mit Werkskarosserie.
1972 wurde der 1.3 Liter Motor durch den 1.6 Liter Motor ersetzt. Optisch unterscheiden sich die beiden Junior Generationen durch kleine Veränderungen an den Stoßstangen, den Rückleuchten sowie Details im Innenraum. Insgesamt wurde zwischen 1969 und 1975 genau 1.500 Exemplare gefertigt. 402 von der 1.6 Liter Version.
Im Rennsport spielte der Junior Zagato keine Rolle, da das Engagement nicht vom Werk unterstützt wurde. Hierbei war das Augenmerk vom Werk immer noch auf den leichten und sehr erfolgreichen GTAs.
Der Name Zagato ist bei Sammlern und Liebahbern immer gerne geröhrt, da er für Seltenheit, Extravaganz und aggressive Karosserieformen steht. Somit sind auch die Juniors inzwischen in den Fokus der Liebhaber gerückt. Eine Restauration von diesen Wagen ist finanziell kaum sinnvoll, da es keinerlei Karosserieteile gibt. Insofern gilt auch hier die alte Kaufregel: Der Beste Wagen am Markt ist am Ende der günstigste Kauf. Gelegentlich werden technisch modifizierte Juniors mit zeitgenössischer 2.0 Liter Technik angeboten. Der Fahrspaß steigt hier mit der Verdoppelung der Leistung in gleichem Maße mit an. Sehen Sie sich rechtzeitig um, bevor die letzten Junior Zagatos eine starke Wertsteigerung erfahren haben werden.