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Raffinationsset VI: Unterbodenreinigung durch Trockeneisstrahlen

Viele Oldtimer-Besitzer kennen das Problem: Um die am meisten korrosionsgefährdete Zone eines Autos, den zerklüfteten und notwendigerweise mit zahlreichen Bohrungen versehene Unterboden zu bewahren, bediente man sich – wenn überhaupt – oft einer wenig geliebten Methode: Dem nachträglichen „Zukleistern“ mit allen möglichen damals wie heute handelsüblichen Sorten von Unterbodenschutz.

Dieses Vorgehen war stets gut gemeint, und in vielen Fällen hat es den vorzeiten Verfall des Fahrzeuges durchaus verzögert. Doch es bedeutet eine Art Zeitbombe: Schon bald fördert die schwarze Schicht den Rostbefall! Sie unterliegt einem Alterungsprozess, wird rissig, Schmutz, Kondens- und Spritzwasser dringt vor und kann nicht schnell abtrocknen, unterwandert den Unterboden-„schutz“ und richtet unbemerkt weiteres Unheil an. Jedes einzelne Exemplar eines klassischen Fahrzeuges behält langfristig jedoch nur dann seinen Wert, wenn die Karosseriesubstanz entweder sichtbar dem Originalzustand entspricht oder dieser nachvollziehbar wiederhergestellt wurde.

Die Entfernung unerwünschter Substanzen von einem werkslackierten Karosserie-Unterboden mit all den daran verbauten technischen Aggregaten ist konventionell mit sehr großem manuellem Aufwand verbunden. Erforderlich ist hierbei oft die Demontage von Anbauteilen, nicht selten gar die vollständige Zerlegung des Fahrzeuges. Bisherige Strahlverfahren mit Sand entfernen leider auch die originale Lacksubstanz, können die Blechstruktur schädigen (Verformung durch die kinetische Energie des festen Strahlguts) und der Sand bleibt als ungewollter Rückstand im oder am Fahrzeug (Schädigung des Innenraumes).

Das Strahlen der entsprechenden Flächen mit gefrorenem CO2 (Trockeneis) ist eine schnelle, saubere und sicher anwendbare Methode für sensible Oldtimer-Karosserien. Was passiert dabei genau?

CO2-Pellets werden unter hohem Druck auf die zu säubernden Flächen geschossen. Der tatsächliche Reinigungseffekt besteht aus einer thermischen und einer mechanisch wirksamen Komponente – in seiner zeitlichen Abfolge nicht wahrnehmbar für das menschliche Auge.
• Thermischer Effekt: Die extrem kalten (- 79 ° C) schockfrosten alle Substanzen, die sich auf den lackierten Blechflächen befinden und verspröden diese. Erste Risse und Abplatzungen bereiten den Weg für die weitere Reinigung
• Mechanischer Effekt: Die noch festen, aber sehr leichten Kohlendioxid-Pellets unterwandern nun die Restverschmutzungen und verdampfen dabei explosionsartig auf mikrophysikalischer Ebene. Die Schmutzpartikel werden schonend und restlos entfernt, übrig bleibt gasförmiges, geruchsloses, ungiftiges Kohlendioxid, der Schmutz setzt sich als Staub auf dem Werkstattboden ab.
Trockeneinsstrahlen ist darüber hinaus vergleichsweise günstig, weil das Fahrzeug nicht gesondert vorbereitet werden muss. Lackoberflächen, Anbauteile, auch aus Kunststoff, bleiben völlig unberührt. Kein Reinigungsverfahren ist schonender. So dauert die vollständige Behandlung eines Pkw-Unterbodens inklusive der Radhäuser maximal ein Arbeitstag. Der so behandelte Oldtimer kann nun begutachtet, eventuelle Korrosionsschäden beseitigt werden und wieder mit einer modernen transparenten Wachsschicht versehen werden, die jederzeit die Sichtkontrolle eines perfekten Unterbodens ermöglicht.
Die Bilderfolge zeigt den langen Weg in der richtigen Reihenfolge. (Bild 1)Während der Trockeneisstrahlung - (Bild 2) Die wirkliche Substanz, hier ideal - (Bild 3) Die wirkliche Substanz, hier ideal - (Bild 4) Lackierarbeiten im hinteren Radkasten nach dem Trockeneisstrahlen - (Bild 5) Lackierarbeiten im vorderen Radhaus nach dem Trockeneisstrahlen - (Bild 6) Das für die Lackierarbeiten vorbereitet Fahrzeug - (Bild 7) Das Resultat nach der Lackierung, eine perfekte Oberfläche auf bester Substanz - (Bild 8) Die neuen Lackflächen werden transparent gewachst (gelber Schimmer)

Die Gesamtkosten - ohne Überraschungen - liegen für diese Arbeiten bei ca. 2.600.- €